Stuarts Ansatz

David Stuart, einer der jüngsten Pioniere für die Lesung der Mayaglyphen, etablierte durch seine Ausführungen das syllabische-logographische System für die Lesung der Mayaglyphen. Sein Ansatz baut auf Knorosows Grundlagen auf und führte diese weiter aus4.

Stuart hatte nicht nur durch seine Eltern Gene und George Stuart, die für "National Geographic" arbeiteten, schon als Kind Zugang zu alten Mayastätten, sondern fand bereits seit 1976 seine Mentorin in Linda Schele4. Schele war eine Anhängerin Knorosows Arbeit und disqualifizierte sich spätestens 1990 durch ihre Behauptung, dass die Maya keine Schalttage kannten11, obwohl de Landa dies expliziet aufführte6.

Kombinierte Knorosow ein Logogramm mit einer Silbe, so zerlegte der Ansatz Stuarts die Glyphen in einen System aus phonetischen Silben, bei dem eine Glyphe nur aus Silben bestehend, den Inhalt genauso wie ein Logogramms wiedergeben kann4.

Als ein klassisches Beispiel dient die Glyphe Balam, mit der dieser Ansatz als allein richtige Lesung durch die Wissenschaft ihre Bestätigung sucht.

D.h. nach dieser heute als Standard definierten Vorgehensweise sind diese 5 Glyphen, obwohl sie in ihrer Ausführung differieren, als ein Wort Balam zu lesen4.

1. Balam = Logogramm
2. ba-(Ba)lam = Silbe + Logogramm
3. Bala(m)-m(a) = Logogramm + Silbe
4. ba-(Ba)la(m)-m(a) = Silbe + Logogramm + Silbe
5. ba-la-m(a) = Silbe + Silbe + Silbe

Alleine die Annahme, dass bei den Silben der letzte Vokal nicht ausgesprochen wird, ist als absolut fragwürdig zu erachten.

Von Stuart wurde der Ansatz Knorosows nicht einmal ansatzweise in Frage gestellt, sondern relativiert. Lediglich Entzifferungen von Thompson, der versuchte die Glyphe auch als Rebus zu sehen, wurden durch seine Entzifferung korrigiert4.

Sämtliche Übersetzungen, bis heute, folgen nun diesem Ansatz, aus dem sich syllabische Tabellen entwickelten, genauso wie die Linguistik mit ihren Wörterbüchern die Mayasprachen phonetisch umsetzt und noch dazu der englischen Aussprache folgt und diese Wörterbücher entsprechend anpasst.