Diego de Landa

Spricht man von Diego de Landa, dann muss Charles Étienne Brasseur de Bourbourg Erwähnung finden, da es ihm zu verdanken ist, dass wir heute Kenntnis von de Landas Aufzeichnungen haben1.

De Landa war von 1549 bis 1561, also gute 12 Jahre, als Missionar in Yucatán tätig, um genügend Einblick in die Sprache der Maya zu erhalten. Bei der Verfassung seiner Schrift "Relación de las cosas de Yucatán"1 1566, während er sich in Spanien einer Untersuchungskommission stellen musste, griff er mit Sicherheit auf ältere Aufzeichnungen zurück. Es erscheint deshalb als höchst fragwürdig ihm Unkenntnis unterstellen zu wollen.

Das Landa-Alphabet im Original:

De Landa - Alphabet

Zumindest folgte man de Landas Alphabet bei der Übersetzung zur Glyphe cacao im Dresdner Codex und nutzte sein ca. Nach heutiger Schreibweise wird aus dem o ein w.

Mscr.Dresd.R.310, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Neben dem Alphabet notierte er auch komplette Kalenderzyklen des Ritualkalenders Tzolkin und des Sonnen-/Jahreskalenders Haab und er schrieb auch Rituale der Maya nieder6.

Tagesnamen des Ritualkalenders

Die nebenstehenden 20 Tagesnamen des Ritualkalenders Tzolkin6 wurden von de Landa fasst denkungsgleich zum Dresdner Codex notiert.
Warum sollte dann bei der Notierung der Buchstaben ein verstandesmäßiger Bruch von ihm vollzogen worden sein?

Erst wenn man die Buchstabenschrift der Maya verstanden hat, eröffnet sich die weitestgehende Genauigkeit seiner Angaben.

Betrachtet man z.B. die Tagesnamen Muluc und Ix, dann stellt sich die Frage, warum Ix, welches aus mehr zeichnerischen Elementen besteht als Muluc, eigentlich Ix heißt?

Ik stimmt mit Muluc in der Anzahl der zeichnerischen Elemente fast überein, aber wieso ist dann das Wort Muluc länger als das Wort Ik?