Charles Étienne Brasseur de Bourbourg

1862 entdeckte Brasseur de Bourbourg das bis dahin verschollene Manuskript de Landas "Relación de las cosas de Yucatán" in Madrid1.
Da er zuvor, 1861, schon das Popol Vuh veröffentlichte, welches den Schöpfungsmythos der Quiché-Maya beinhaltet und ein Jahr danach, 1862, die Veröffentlichung der "Grammatik der Quiché" nachsetzte, kann ihm doch ein gewisses Maß an Kenntnis der Mayasprache nicht in Abrede gestellt werden.

In seiner Arbeit "Studien über das Grafiksystem und die Sprache der Maya" von 1869 bemühte er sich Zusammenhänge zwischen den Aufzeichnungen de Landas und dem Codex Troano (Madrid) herzustellen2. Er bemühte sich ähnliche Glyphen dem Landa-Alphabet zuzuordnen um eine Systematik ausfindig zu machen. Nachfolgende Auszüge aus seiner Arbeit verdeutlichen diesen Versuch.

Er versuchte sich auch an der Übersetzung der Tagesnamen des Ritualkalenders und kam hierbei zu sehr zweifelhaften Ergebnissen.

Seinen Überlegungen zufolge sollte z.B. Ahau = Vulkan entsprechen, obwohl de Landa bereits niederschrieb, dass Ahau = Herr bedeutet.

Allerdings vertrat er die Meinung, dass die Glyphen von unten nach oben und der Text generell von rechts nach links zu lesen sei. Die Gelehrten der heutigen Zeit vertreten vehement die Auffassung, dass die Glyphen der Maya zweireihig von oben nach unten gelesen werden und dass aus diesem Grund die Annahme von Brasseur de Bourbourg zu verwerfen ist4.